Gedanken

Hat es Sinn Gedanken in Worte zu fassen,

ihnen einen Rhythmus zu geben?

Gedanken schon immer da - universell

plötzlich und unerklärlich in den Sinn gekommen - berührend, beunruhigend, beschäftigend?

Werden sie, sobald niedergeschrieben,

verfälscht, gar eingesperrt?

Müssen sie fließen können,

sich ausbreiten dürfen – 

um frei zu sein?

Gedanken können verloren gehen,

wenn nicht festgehalten

auf Papier oder im Herzen,

wo sie weiterleben -

sich verändern.


Agnes Winzig


Gedicht des Monats


Glück

Wenn der rote Feuerball,

das Blau des Himmels färbend,

durch das leuchtende Rosa sinkt

bis er eintaucht ins milchige Violett des Horizonts,

die Hitze des Tages mit sich nimmt,

das gleißende Licht verschluckt,

sich selbst verzehrend

das Auge von der brennenden Helligkeit erlöst,

entweichen der warmen Erde

zarte, unaufdringliche Düfte,

die aufsteigen in die angenehme Kühle,

der Seele Fenster öffnen,

Gedächtnis und Vergessen gleichsam wecken

und Erinnerungen an das Glück

ans sanfte Licht der Oberfläche bringen.

 

© Agnes Winzig 

 


Lyrikband - Das Leben, die Liebe und das Meer

51 Gedichte über das Leben an sich mit seinen Freuden, Erwartungen, aber auch Enttäuschungen. Es geht um Liebe, der Liebe zum Meer und dem Glauben daran, dass alles seinen Sinn hat. Die lyrischen Texte sind 2009 im Eigenverlag erschienen.

 

Ein kleines Büchlein für sich selbst oder als Geschenk. 

12,00 €

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beschreibung

Worte sind Leben

 

Alle Träume schon zerronnen? Das kann und wird auch nicht sein. Träume können wohl verrinnen wie die noch nassen Flächen eines Aquarells. Träume zerrinnen aber nicht, sie sind gehalten in diesem Rahmen der Gefühle samt ihren Unwiederbringlichkeiten, Vergeblichkeiten, Frustrationen und Abschieden. Wenn - ohne in Gefühlsselig- und unseligkeit abzugleiten - Glück, Leiden, Unsicherheit da sind, dann auch die Gegensätze: Unglück, Liebe, Hoffnung. 

 

Die lyrischen Texte von Agnes Winzig schildern Momente von Gefühlen, Zuständen, die auch dauern mögen; aber hinter diesen Horizonten tauchen Wind, Sand und Meer samt ihren Farben auf. Lässt man aber Wind, Meer und Brandung an sich heran, erweisen sich Sein und Veränderung als archaische Konstanten dieser Texte, aber auch der Kunst, die hilft, "Engherzigkeit zu überwinden". Schmerzvolle Abschiede werden nicht verklärt, werden ertragen. Samt der Überzeugung: "Alles ist gut. Aller wird gut. Alles macht Sinn".

 

Diese Texte einiger Jahre - sie suchen und finden auch äußerlich ihre Form - vermögen mit ihrer humanistischen Grundierung "Härte und Kälte niederzureißen". 

 

"Worte", schreibt Agnes Winzig, "Worte sind Leben", "sind Liebe", aber auch "Worte...sind der Tod, wenn in uns nichts mehr spricht". 

 

Doch es gilt: Worte sind Leben. 

 

Dr. Franz Mayrhofer